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Antike Uhren: Reparatur in der Nähe richtig finden
Eine geeignete Werkstatt für antike Uhren muss zum Uhrentyp und zum gewünschten Eingriff passen. Dieser Leitfaden erklärt, wie Sie vor Ort suchen, Angebote prüfen und die historische Substanz Ihrer Uhr bewahren.
1 October 202613 Min. LesezeitSuchthema: “antike uhren reparatur in der nähe”

Das Wichtigste
- Suchen Sie mit Uhrentyp und Ort statt nur mit „Uhrenreparatur“: Taschen-, Kamin- und Standuhren stellen unterschiedliche Anforderungen.
- Fragen Sie nach nachweisbarer Erfahrung mit vergleichbaren historischen Uhrwerken und Gehäusematerialien.
- Vereinbaren Sie schriftlich, welche Arbeiten erlaubt sind und welche erst nach erneuter Zustimmung erfolgen dürfen.
- Nicht selbst ölen, polieren oder ein schwergängiges Werk mit Kraft aufziehen.
- Dokumentieren Sie Zustand, Inschriften und Zubehör vor der Übergabe; eine Katalogähnlichkeit ersetzt keine Identifizierung.
- Reparaturentscheidung und Wertrecherche sind getrennte Aufgaben. Orbis nennt keine Geldwerte und nimmt keine Bewertungen vor.
Wie finden Sie eine Reparatur für antike Uhren in Ihrer Nähe?
Eine Reparatur für antike Uhren in Ihrer Nähe finden Sie am gezieltesten, indem Sie nach dem konkreten Uhrentyp zusammen mit Ihrem Ort oder Ihrer Postleitzahl suchen, etwa „Taschenuhr Reparatur“ oder „Pendule restaurieren“. Fragen Sie anschließend ausdrücklich nach Erfahrung mit historischen Werken und möglichst ähnlichen Objekten. Die vorliegenden Quellen enthalten keine geprüften örtlichen Werkstattadressen, Öffnungszeiten oder aktuellen Annahmekapazitäten; eine bestimmte Werkstatt lässt sich daraus nicht empfehlen.
Entscheidend ist nicht allein die Entfernung. Zum Uhrmacherberuf gehören Wartung und Pflege von Uhren; die Berufsbezeichnung belegt aber noch keine Erfahrung mit Ihrem konkreten Sammlungsstück. [4] Die englischsprachige Berufsbeschreibung unterscheidet zudem zwischen Fachleuten für Großuhren und solchen für Kleinuhren, weil Werkzeuge und Fähigkeiten unterschiedlich sein können. [7] Fragen Sie deshalb nicht nur „Reparieren Sie alte Uhren?“, sondern nennen Sie Bauform, erkennbare Materialien und das beobachtete Problem.
Nutzen Sie Karten- und Branchenverzeichnisse zunächst als Suchhilfe, nicht als Qualitätsnachweis. Prüfen Sie auf der Werkstattseite, ob tatsächlich historische Uhren gezeigt und die ausgeführten Arbeiten nachvollziehbar beschrieben werden. Ein kurzes Vorgespräch mit einigen guten Fotos ist meist aussagekräftiger als eine allgemeine Werbeaussage. Klären Sie auch, ob die Arbeiten im eigenen Haus stattfinden oder an eine andere Werkstatt weitergegeben werden.
- Für tragbare Uhren: „antike Taschenuhr Reparatur + Ort“ oder „historische Kleinuhren Uhrmacher + Postleitzahl“.
- Für Tisch- und Kaminuhren: „Pendule Reparatur + Ort“ oder „Kaminuhr Restaurierung + Region“.
- Für große Gehäuseuhren: „Standuhr Reparatur Hausbesuch + Region“; einen Hausbesuch ausdrücklich erfragen.
- Bei auffälligen Gehäuseschäden zusätzlich nach Erfahrung mit dem jeweiligen Material fragen, etwa Email, Silber oder Holz.
Den Suchradius sinnvoll erweitern
Wenn die nächstgelegene Werkstatt keine Erfahrung mit Ihrem Uhrentyp hat, ist eine weiter entfernte Fachwerkstatt die sinnvollere nächste Anfrage. Transport und mögliche Abholung sollten Sie klären, bevor Sie die Uhr bewegen.
Welchen Uhrentyp möchten Sie reparieren lassen?
Für die Werkstattsuche genügt zunächst eine vorsichtige Einordnung nach Bauform. Wird die Uhr getragen, aufgestellt oder aufgehängt? Besitzt sie ein Pendel, sichtbare Gewichte, einen Aufzugsschlüssel oder eine Krone? Beschreiben Sie nur, was ohne Eingriff erkennbar ist. Öffnen Sie kein festsitzendes Gehäuse, um eine präzisere Anfrage stellen zu können. Eine sachliche Beschreibung mit Fotos ist hilfreicher als eine unsichere Zuschreibung an einen Hersteller.
Die Katalogbeispiele zeigen, wie unterschiedlich Objekte innerhalb des Suchbegriffs „antike Uhr“ sein können. Der Eintrag „Antique Rolex Gold Plated Pocket Watch - C1920s“ beschreibt eine runde, vergoldete Taschenuhr mit Handaufzug. [3] (see: Antique Rolex Gold Plated Pocket Watch - C1920s) „An Art Deco Silver Marcasite Enamel Watch Brooch - 1920“ ist dagegen als britische Uhrenbrosche aus Silber und Email mit Markasit erfasst. [3] (see: An Art Deco Silver Marcasite Enamel Watch Brooch - 1920) Schon die Verbindung von Uhrwerk und tragbarem Schmuck verlangt eine andere Vorabklärung als eine aufgestellte Kaminuhr.
Bei Großuhren können Werk und Gehäuse getrennte Fragen aufwerfen. Das Rijksmuseum führt „Mantel clock (c. 1768)“ mit anonymen Beteiligten, einem anonymen Pariser Bronzearbeiter und der Werkstatt von Julien Le Roy in Paris als Uhrmacher. [2] (see: Mantel clock) Ein solches Museumsbeispiel macht deutlich, weshalb eine einzelne Signatur nicht ohne Weiteres das gesamte Objekt erklärt. Ob Ihre eigene Uhr vergleichbar aufgebaut oder zuzuordnen ist, bleibt ohne Untersuchung offen: weitere Recherche erforderlich („research required“).
| Erkennbare Objektgruppe | Wonach gezielt suchen? | Was vorab klären? |
|---|---|---|
| Historische Taschenuhr | Werkstatt mit Erfahrung in historischen Kleinuhren | Erfahrung mit ähnlichen Werken, Gehäuseöffnung und Ersatzteilen |
| Anhängeruhr oder Uhrenbrosche | Kleinuhrenwerkstatt mit abgestimmter Schmuckbearbeitung | Schutz von Email, Steinbesatz, Nadel und Aufhängung |
| Kaminuhr oder Pendule | Werkstatt mit Erfahrung in historischen Großuhren | Werk, Pendel, gegebenenfalls Schlagwerk und Gehäuse getrennt beurteilen |
| Stand- oder Wanduhr | Großuhrenwerkstatt | Hausbesuch, sichere Demontage und Transportorganisation |
| Nicht sicher bestimmbarer Uhrentyp | Zunächst eine Fachwerkstatt zur Einordnung | Fotos und Maße senden, keine Bestimmung durch gewaltsames Öffnen versuchen |
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Was sollten Sie vor der ersten Anfrage dokumentieren?
Legen Sie vor jeder Übergabe eine einfache Objektakte an. Fotografieren Sie die gesamte Uhr von mehreren Seiten sowie Zifferblatt, Gehäuseboden, sichtbare Schäden und vorhandenes Zubehör. Stellen Sie das Objekt dafür sicher ab und vermeiden Sie Druck auf Zeiger, Glas, Verzierungen oder Aufhängungen. Ein Maßstab neben der Uhr kann die Größenordnung verdeutlichen; er sollte empfindliche Oberflächen nicht berühren. Bewahren Sie die unbearbeiteten Originalbilder auf.
Schreiben Sie Inschriften buchstabengetreu ab und halten Sie fest, wo sie stehen. Unterscheiden Sie dabei Zifferblattaufschrift, Gehäusepunze und Werkkennzeichnung. Der Katalogeintrag „A Gold Pocket Watch - Early 1900s“ nennt beispielsweise die Punzenfolge „Anchor Crown 18 n“. [3] (see: A Gold Pocket Watch - Early 1900s) Diese dokumentierte Angabe gehört zu genau diesem Objekt. Sie ist keine allgemeine Datierungsanleitung für andere Uhren mit ähnlichen Zeichen. Unsichere Lesungen sollten als unsicher erkennbar bleiben.
Beschreiben Sie den Fehler als Beobachtung, nicht als Diagnose: „bleibt nach kurzer Zeit stehen“, „Krone lässt sich nicht bewegen“ oder „Schlag und Anzeige stimmen nicht überein“. Notieren Sie, seit wann das Problem besteht und ob ein Sturz, eine Ortsveränderung oder ein früherer Eingriff vorausging. Wiederholen Sie einen problematischen Vorgang nicht nur für ein Video. Falls Herkunft, letzte Wartung oder frühere Ersatzteile unbekannt sind, schreiben Sie ausdrücklich „unbekannt“.
- Gesamtansichten und Detailbilder mit Datum zusammen ablegen.
- Zubehör einzeln erfassen: Schlüssel, Kette, Pendel, Gewichte, Etui und lose Teile, soweit vorhanden.
- Bekannte Reparaturbelege, Familienunterlagen und ältere Fotos beifügen.
- Eine kurze Fehlerchronologie erstellen, ohne die Uhr wiederholt zu testen.
- Vollständige Seriennummern gezielt an die Werkstatt übermitteln, statt sie unnötig öffentlich zu verbreiten.
Keine Eigenbehandlung vor der Begutachtung
Nicht mit Haushaltsöl behandeln, nicht mit Kraft aufziehen und nicht vorsorglich polieren. Versuchen Sie auch nicht, ein festsitzendes Gehäuse mit einem Messer zu öffnen. Solche Eingriffe können Schäden verursachen und Spuren verändern, die für die Untersuchung wichtig sind.
Soll die Uhr repariert, restauriert oder nur gesichert werden?
Formulieren Sie zuerst Ihr Ziel: Soll die Uhr wieder regelmäßig laufen, nur gelegentlich vorgeführt oder als historisches Sammlungsobjekt bewahrt werden? Diese Entscheidung beeinflusst den Auftrag. Eine Funktionsreparatur und eine möglichst weitgehende Erhaltung der überlieferten Substanz können unterschiedliche Maßnahmen nahelegen. Lassen Sie sich erklären, welche Eingriffe für das jeweilige Ziel notwendig sind und welche lediglich das äußere Erscheinungsbild verändern würden.
Restaurierung bezeichnet in der herangezogenen Quelle die Wiederherstellung eines früheren Zustands von Kulturgütern. Welche Fachgebiete beteiligt sein müssen, richtet sich unter anderem nach Materialien und angewendeten Techniken; handwerkliche und akademische Restaurierung können sich ergänzen. [6] Für Ihre Anfrage bedeutet das: „Bitte restaurieren“ ist als Auftrag zu unbestimmt. Benennen Sie stattdessen konkrete Aufgaben und grenzen Sie Reinigung, technische Arbeiten, Oberflächenbehandlung und Ergänzungen voneinander ab.
Bei einer dekorativen Uhr ist diese Trennung besonders wichtig. „18ct Gold Enamel “Special” Diamond Grade Pocket Watch Waltham - 1898“ ist als Objekt der American Waltham Watch Co. mit Gold, Email und einem Diamanten dokumentiert. [3] (see: 18ct Gold Enamel “Special” Diamond Grade Pocket Watch Waltham - 1898) „Antique Silver Pocket Watch - Early 20th Century“ ist als silberne Taschenuhr erfasst. [3] (see: Antique Silver Pocket Watch - Early 20th Century) Daraus lässt sich kein einheitliches Reinigungsverfahren ableiten. Besprechen Sie vielmehr, wie die jeweiligen Oberflächen und Verbindungen während der Werkarbeit geschützt werden.
- Das Nutzungsziel schriftlich festhalten: regelmäßiger Betrieb, gelegentliche Vorführung oder Bewahrung ohne Betrieb.
- Polieren, Nachvergolden, Neulackieren und Bearbeiten des Zifferblatts nicht pauschal mitbeauftragen.
- Für Ersatzteile und sichtbare Ergänzungen eine gesonderte Zustimmung vereinbaren.
- Ausgebaute Originalteile nach Möglichkeit zurückgeben und dem Objekt zugeordnet aufbewahren lassen.
Gebrauchsspuren sind nicht automatisch Reparaturbedarf
Eine alte Oberfläche muss nicht wie neu aussehen. Lassen Sie unterscheiden, welche Veränderungen die Stabilität oder Funktion beeinträchtigen und welche lediglich Alterung oder Nutzung dokumentieren. Entscheiden Sie über kosmetische Eingriffe erst nach dieser Erläuterung.
Woran erkennen Sie eine geeignete Fachwerkstatt?
Eine geeignete Werkstatt sollte ihre Zuständigkeit konkret beschreiben können. Fragen Sie nach vergleichbaren Uhrentypen, dem üblichen Untersuchungsablauf und der Dokumentation der Arbeiten. Lassen Sie sich erläutern, wie mit fehlenden Teilen, früheren Reparaturen und nicht eindeutig bestimmbaren Komponenten umgegangen wird. Die Bereitschaft, Grenzen zu benennen oder eine weitere Fachperson hinzuzuziehen, ist für Ihre Entscheidung hilfreicher als ein pauschales Versprechen, jede antike Uhr wiederherstellen zu können.
Bei historischen Uhren können passende Ersatzteile fehlen. Die englischsprachige Berufsquelle beschreibt deshalb auch die Fähigkeit, fehlende Teile zu entwerfen und anzufertigen, als wichtigen Bestandteil qualifizierter Großuhrenarbeit. [7] Daraus folgt jedoch nicht, dass jede Werkstatt jede Komponente herstellen kann. Fragen Sie konkret, welche Arbeiten selbst ausgeführt werden, welche weitergegeben werden und wie eine Neuanfertigung im Abschlussbericht kenntlich gemacht wird.
Manche Gehäuse vereinen mehrere kunsthandwerkliche Beiträge. Für „Mantel clock (pendule) (c. 1781 - c. 1782)“ nennt das Rijksmuseum unter anderem die Porzellanmanufaktur Sèvres, Porzellanmaler, einen Emailleur, einen Vergolder und Louis Montjoye als Uhrmacher. [2] (see: Mantel clock (pendule)) „Mantel clock ‘Michelangelo’ (c. 1849 - c. 1852)“ ist mit dem Bronzegießer Gaspard-Joseph Vittoz und dem Entwerfer Jean-Jacques Feuchère verbunden. [2] (see: Mantel clock ‘Michelangelo’) Diese Beispiele begründen keine Zuschreibung Ihrer Uhr, zeigen aber, warum technische und gehäusebezogene Fachkenntnisse getrennt zu prüfen sind.
- Welche vergleichbaren historischen Uhren haben Sie bearbeitet?
- Wer untersucht das Werk, und wer beurteilt empfindliche Gehäuseteile?
- Wie werden Befund, Teileersatz und Ergänzungen dokumentiert?
- Welche Arbeiten vergeben Sie weiter, und erfolgt das nur nach meiner Zustimmung?
- Welche Eigenschaften oder Unsicherheiten könnten nach der Reparatur bestehen bleiben?
Was muss vor der Reparatur schriftlich vereinbart werden?
Trennen Sie die erste Untersuchung von der Freigabe umfangreicher Arbeiten. Vereinbaren Sie zunächst, was die Werkstatt zur Befunderhebung tun darf und welchen Bericht Sie anschließend erhalten. Eine Ferneinschätzung anhand von Fotos ersetzt keine Untersuchung des Werks. Aussagen über Schaden, Vollständigkeit oder notwendige Ersatzteile sollten als vorläufig behandelt werden, solange die betreffenden Bauteile nicht fachgerecht geprüft wurden.
Der schriftliche Auftrag sollte das gewünschte Ergebnis und die Grenzen des Eingriffs enthalten. Formulierungen wie „komplett herrichten“ lassen zu viel offen. Halten Sie stattdessen fest, ob nur die Funktion bearbeitet werden soll, ob das Gehäuse unangetastet bleibt und bei welchen Befunden die Werkstatt erneut Rücksprache halten muss. Klären Sie außerdem, welche Kosten durch Untersuchung, Abbruch oder Rücktransport entstehen können, ohne sie mit einem vermeintlichen Sammlerwert zu verrechnen.
Vergleichen Sie Angebote nach ihrem Leistungsumfang, nicht nur nach der abschließenden Summe. Ein Angebot mit nachvollziehbarem Befund, klarer Teilepolitik und dokumentierter Abnahme ist anders zu beurteilen als eine pauschale Zusage. Lassen Sie offen gebliebene Punkte vor der Zustimmung ergänzen. Vereinbaren Sie auch den Umgang mit Terminänderungen, denn die tatsächliche Verfügbarkeit einer passenden Lösung ist durch die hier vorliegenden Quellen nicht belegt.
- Keine zusätzlichen Gehäuse- oder Zifferblattarbeiten ohne Freigabe.
- Rücksprache bei unerwarteten Schäden oder erforderlichen Neuanfertigungen.
- Weitergabe an Dritte und Transportverantwortung ausdrücklich klären.
- Rückgabe ausgebauter Teile sowie Umfang des Abschlussberichts vereinbaren.
| Punkt | Sinnvolle Vereinbarung | Warum sie wichtig ist |
|---|---|---|
| Eingangszustand | Fotos, Schäden und Zubehör auf dem Annahmebeleg festhalten | Schafft eine gemeinsame Grundlage für die spätere Rückgabe |
| Untersuchung | Umfang und Bedingungen vorab absprechen | Verhindert eine unbeabsichtigte Freigabe weitergehender Arbeiten |
| Teileersatz | Erneute Zustimmung und Dokumentation verlangen | Macht Veränderungen am historischen Bestand nachvollziehbar |
| Oberflächen | Erlaubte und ausgeschlossene Maßnahmen einzeln benennen | Schützt vor unerwünschter kosmetischer Überarbeitung |
| Abschluss | Arbeitsbericht, Teileliste und Bedienhinweise vereinbaren | Erleichtert Nutzung, spätere Wartung und Provenienzdokumentation |
| Rückfragen und Termine | Kontaktweg und Vorgehen bei Änderungen festlegen | Verhindert Entscheidungen ohne ausreichende Abstimmung |
Wie bringen Sie eine antike Uhr sicher zur Werkstatt?
Klären Sie den Transport mit der aufnehmenden Werkstatt, bevor Sie verpacken. Besonders bei großen Uhren sollten Sie nicht davon ausgehen, dass das vollständig montierte Objekt einfach getragen oder liegend befördert werden kann. Fragen Sie, ob ein Hausbesuch oder eine fachgerechte Abholung möglich ist. Welche Teile gesichert oder abgenommen werden müssen, hängt vom konkreten Aufbau ab und lässt sich ohne Kenntnis der Uhr nicht verbindlich festlegen.
Für kleine Uhren ist eine stabile, passend gepolsterte Verpackung sinnvoll, in der sich das Objekt nicht bewegen kann. Vermeiden Sie Druck auf Glas, Krone, Bügel oder erhabenen Schmuck. Packen Sie Zubehör so ein, dass es nicht gegen die Uhr schlägt, und beschriften Sie einzelne Beutel oder Behälter eindeutig. Lose Teile sollten nicht gereinigt oder probeweise eingesetzt werden. Legen Sie eine Zubehörliste bei und behalten Sie eine Kopie.
Fotografieren Sie das Objekt unmittelbar vor dem Verpacken und dokumentieren Sie auch die Verpackung. Besprechen Sie bei Versand die Annahme, den geeigneten Versandweg und die dafür geltenden Bedingungen mit der Werkstatt. Diese Dokumentation ersetzt weder eine sachgerechte Verpackung noch eine Prüfung des Versicherungsschutzes. Stellen Sie nach der Rückkehr eine Pendeluhr nicht allein nach allgemeinen Internetanweisungen auf, sondern lassen Sie sich das Vorgehen für genau dieses Objekt erklären.
Pendel und Gewichte nicht improvisiert sichern
Lassen Sie sich vor dem Bewegen einer Großuhr erklären, wie ihre beweglichen und schweren Teile behandelt werden müssen. Ohne sichere Kenntnis der Befestigungen weder daran ziehen noch das Werk selbst ausbauen. Bei Unsicherheit Transport durch Fachleute organisieren.
Wie prüfen Sie die Rückgabe und bewahren die Uhr danach auf?
Nehmen Sie sich bei der Abholung Zeit für die gemeinsame Durchsicht. Vergleichen Sie Uhr und Zubehör mit dem Annahmebeleg, lassen Sie die ausgeführten Arbeiten erläutern und fragen Sie nach Abweichungen vom ursprünglichen Plan. Der Bericht sollte erkennen lassen, was vorgefunden, bearbeitet, ersetzt oder bewusst belassen wurde. Bei Neuanfertigungen ist eine eindeutige Beschreibung nützlicher als die allgemeine Aussage, das Werk sei nun überholt.
Lassen Sie sich Aufzug, Zeigerstellung und gegebenenfalls Schlagwerk oder andere Funktionen am konkreten Objekt zeigen. Erfragen Sie, welches Verhalten nach der Rückkehr beobachtet werden soll und wann eine Rückmeldung nötig ist. Vereinbaren Sie realistische Erwartungen an den Betrieb, statt moderne Genauigkeitsmaßstäbe ungeprüft auf eine historische Uhr zu übertragen. Eine Reparatur beseitigt nicht automatisch alle Grenzen, die sich aus Konstruktion, Erhaltungszustand oder fehlenden Informationen ergeben.
Bewahren Sie die Uhr an einem sicheren Standort mit möglichst gleichmäßigen Bedingungen auf, geschützt vor Feuchtigkeit, starker Wärme, direkter Sonne und Erschütterungen. Lassen Sie materialabhängige Besonderheiten von der zuständigen Fachperson erläutern. Archivieren Sie Arbeitsberichte, Rechnungen, Fotos und zurückgegebene Teile gemeinsam mit den vorhandenen Herkunftsunterlagen. Diese fortlaufende Dokumentation hilft der nächsten Werkstatt und macht spätere Veränderungen am Sammlungsobjekt nachvollziehbar.
- Vollständigkeit von Uhr, Zubehör und vereinbarten Altteilen prüfen.
- Schriftliche Bedien- und Aufstellhinweise erfragen.
- Beobachtungen nach der Rückgabe sachlich mit Datum notieren.
- Bei neuem Widerstand, ungewöhnlichem Geräusch oder Funktionsausfall nicht weiter experimentieren.
- Den nächsten Wartungsbedarf objektbezogen besprechen, statt einen pauschalen Zeitplan anzunehmen.
Wie helfen Kataloge und Quellen bei Identifizierung und Wertrecherche?
Kataloge helfen, Vergleichsobjekte und Begriffe zu finden; sie ersetzen keine Untersuchung Ihrer Uhr. Das Cleveland Museum of Art datiert „Mantel Clock (Cleveland Museum of Art 2011.204) (c. 1780–90)“ ungefähr auf 1780 bis 1790 und ordnet das Objekt Frankreich, Paris zu. [1] (see: Mantel Clock (Cleveland Museum of Art 2011.204)) Diese Angaben gelten für das Museumsobjekt. Ein ähnlich gestaltetes Gehäuse genügt nicht, um eine andere Uhr gleich zu datieren oder derselben Werkstatt zuzuschreiben. Die weitergehende Typzuordnung ist im vorliegenden Katalog ausdrücklich noch nicht verifiziert.
Die hier verwendeten Objektangaben stammen aus der Sammlung von WatchMuseum.org, den Sammlungsdaten des Rijksmuseums und der offenen Sammlung des Cleveland Museum of Art. [3] [2] [1] Bei den WatchMuseum-Einträgen sind nur die im jeweiligen Datensatz genannten Angaben übernommen. Unbekannte technische Einzelheiten dürfen daraus nicht ergänzt werden: „research required“. Die allgemeinen Berufs- und Restaurierungsquellen erläutern Tätigkeitsfelder, belegen aber weder die Qualität einer örtlichen Werkstatt noch den Zustand Ihrer Uhr. [4] [6] [7]
Für eine verantwortliche Wertrecherche müssen zunächst Identität, Material, Vollständigkeit, Originalität, Zustand und dokumentierte Eingriffe möglichst gut geklärt sein. Vergleichen Sie anschließend tatsächlich vergleichbare Objekte in nachvollziehbaren Katalogen und dokumentierten Verkaufsergebnissen. Unterscheiden Sie verlangte Angebotspreise von belegten Abschlüssen und beachten Sie unterschiedliche Zustandsbeschreibungen. Eine bekannte Marke, ein kostbares Gehäusematerial oder eine abgeschlossene Reparatur allein erlaubt keine belastbare Schlussfolgerung über den Sammlerwert.
Treffen Sie die Reparaturentscheidung außerdem nicht ausschließlich nach einem vermuteten Wiederverkaufsergebnis. Familiengeschichte, dokumentarischer Wert und Ihr Erhaltungsziel können eigenständige Gründe für eine behutsame Behandlung sein. Falls Sie eine fachliche Bewertung benötigen, beauftragen Sie diese gesondert und legen Sie die Reparaturunterlagen offen. Orbis nennt keine Geldwerte und nimmt keine Bewertungen vor; auch aus den hier erwähnten Katalogeinträgen lässt sich keine Bewertung Ihres eigenen Objekts ableiten.
Erwähnte Katalogeinträge

18ct Gold Enamel “Special” Diamond Grade Pocket Watch Waltham - 1898
1898
Photo: WatchMuseum.org

A Gold Pocket Watch - Early 1900s
Photo: WatchMuseum.org

An Art Deco Silver Marcasite Enamel Watch Brooch - 1920
1920
Photo: WatchMuseum.org

Antique Rolex Gold Plated Pocket Watch - C1920s
Photo: WatchMuseum.org

Antique Ruby Diamond Pendant Watch - 1880
1880
Photo: WatchMuseum.org

Antique Silver Pocket Watch - Early 20th Century
Photo: WatchMuseum.org

Mantel clock
c. 1768
Photo: Rijksmuseum, Amsterdam

Mantel clock ‘Michelangelo’
c. 1849 - c. 1852
Photo: Rijksmuseum, Amsterdam

Mantel Clock (Cleveland Museum of Art 2011.204)
c. 1780–90
Photo: Cleveland Museum of Art

Mantel clock (pendule)
c. 1781 - c. 1782
Photo: Rijksmuseum, Amsterdam
Häufige Fragen
Quellen
- [1] Cleveland Museum of Art Open Access Collection — Cleveland Museum of Art · Tier 1
- [2] Rijksmuseum Collection (Amsterdam) — Rijksmuseum · Tier 1
- [3] WatchMuseum.org object collection — WatchMuseum.org · Tier 1
- [4] Uhrmacher (Wikipedia) — Wikipedia
- [5] Uhrmacher (Begriffsklärung) (Wikipedia) — Wikipedia
- [6] Restaurierung (Wikipedia) — Wikipedia
- [7] Clockmaker (Wikipedia) — Wikipedia
- [8] The Clockmaker (Wikipedia) — Wikipedia
Siehe auch: identification guides · how we rank sources · methodology