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Taschenuhren für Herren: Alte Sammlerstücke
Historische Herren-Taschenuhren verbinden meisterhafte Feinmechanik des 19. und 20. Jahrhunderts mit klassischer Gehäusekunst aus Edelmetallen. Dieser Leitfaden beleuchtet Werkarten, Gehäuseformen von Lépine bis Savonnette sowie methodische Schritte zur Bestimmung und Erhaltung alter Taschenuhren.
7 October 202610 Min. LesezeitThema durchsuchen: “taschenuhren herren alt”

Wichtige Erkenntnisse
- Alte Herren-Taschenuhren unterscheiden sich typischerweise durch größere Durchmesser ab etwa 45 bis über 50 mm von kleineren Damen- oder Anhängeuhren [R1, R6, R9].
- Wesentliche Gehäusevarianten sind die offene Lépine-Bauweise und die Savonnette mit aufspringendem Sprungdeckel zum Schutz des Glases [S3, S5].
- Bedeutende Zentren der industriellen und handwerklichen Fertigung waren die USA (Waltham, Elgin, Illinois), die Schweiz und Deutschland [R2, R3, R4, R6, S6].
- Komplikationen wie Chronographen, unabhängige Sekunden oder Repetitionsschlagwerke belegen den technischen Höchststand mechanischer Kleinuhren [R6, R9].
- Eine seriöse Wertermittlung basiert auf Werkqualität, Gehäuseerhaltung und Referenzabgleichen, statt auf spekulativen Schätzungen.
Was zeichnet alte Herren-Taschenuhren aus?
Unter dem Begriff alte Herren-Taschenuhren verstehen Sammler und Uhrenhistoriker tragbare mechanische Kleinuhren [4], die primär vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert gefertigt wurden und speziell auf das Tragen in der Westentasche, Hosentasche oder Jackentasche zugeschnitten sind [S3, S5]. Im Gegensatz zu den oft wesentlich zierlicheren Damen- oder Umhängeuhren [R1, R10] zeichnen sich historische Herrentaschenuhren vor allem durch ein substanzielles Gehäusemaß, eine robuste Werkarchitektur und klare Ablesbarkeit aus. Exemplare für Herren weisen typischerweise Durchmesser von rund 45 bis über 53 Millimetern auf, wie man es bei repräsentativen Stücken der späten Kaiserzeit oder des späten 19. Jahrhunderts beobachten kann [R6, R9].
Die Taschenuhr, historisch im deutschen Sprachraum auch Sackuhr oder Fracktaschenuhr genannt [3], war über Generationen hinweg das wichtigste persönliche Zeitmessgerät für Herren des Bürgertums und des Adels [4]. Erst nach dem Ersten Weltkrieg und verstärkt ab den 1930er Jahren wurden mechanische Taschenuhren schrittweise von der Armbanduhr abgelöst [S3, S5]. Diese historische Übergangsphase macht alte Herrentaschenuhren heute zu begehrten Dokumenten der Industriegeschichte und Feinmechanik.
Sammler schätzen an alten Herrenuhren insbesondere die Vielfalt der Werkkaliber: vom handaufgezogenen Zylinderwerk einfacher Güte über robuste Ankerhemmungen bis hin zu fein veredelten Chronometerwerken [S3, S4]. Das Zusammenspiel aus Werktechnik, Gehäusematerial und stilistischer Epoche definiert den Charakter eines jeden Objekts.
Größenunterschiede bei Herren- und Damenuhren
Während Damenuhren der Zeit um 1870 bis 1904 häufig Gehäusedurchmesser von etwa 30 bis 33 mm und ein Gewicht um 30 g aufweisen [R1, R2, R10], erreichen vollwertige Herrenmodelle mit Komplikationen nicht selten Gehäusedurchmesser von über 50 mm und Gewichte von über 120 Gramm [R6, R9].
Welche Bauformen und Gehäusearten prägen historische Herrentaschenuhren?
In der Typologie historischer Herrentaschenuhren unterscheidet man im Wesentlichen zwischen zwei grundlegenden Gehäusebauarten: der offenen Bauform (Lépine-Uhr) und der Sprungdeckeluhr (Savonnette oder Hunter-Case) [S3, S5]. Bei einer offenen Taschenuhr liegt das Glas ungeschützt frei, während sich die Aufzugskrone traditionell oben bei der Zwölf befindet und die kleine Sekunde bei der Sechs liegt. Diese Anordnung erleichtert das schnelle Ablesen der Uhrzeit unmittelbar nach dem Hervorholen aus der Westentasche.
Bei der Savonnette hingegen schützt ein aufklappbarer Metalldeckel das Zifferblattglas vor Beschädigungen [5]. Durch leichten Druck auf einen im Kronentubus integrierten Drücker springt der Deckel auf. In dieser Bauweise befindet sich die Krone konstruktionsbedingt meist bei der Drei und das Hilfszifferblatt der Sekunde bei der Neun, damit das Zifferblatt nach dem Öffnen waagerecht im Blickfeld liegt. Eine Zwischenform stellen sogenannte Halbsavonnetten dar, bei denen eine kreisförmige Aussparung im Deckel das Ablesen der Zeigerstellung ermöglicht, ohne dass der Deckel geöffnet werden muss.
Die Gehäuse gefertigter Herrenuhren variieren stark hinsichtlich ihrer Materialien und Dekorationstechniken. Hochwertige Stücke wurden traditionell in 14-Karat- oder 18-Karat-Gold gefasst [R4, R6, R9], häufig mit Gravuren, Guillochierungen oder Monogrammen verziert [R2, R3]. Gleichzeitig existieren zahlreiche robuste Alltagsuhren in Sterlingsilber, Nickel-Legierungen oder Golddoublé, die speziell für den Einsatz im Arbeitsalltag oder im Eisenbahndienst bestimmt waren.
- Lépine (Offene Bauart): Kein Schutzdeckel über dem Glas; Krone bei der 12, Sekunde bei der 6; schlankeres Profil.
- Savonnette (Sprungdeckeluhr): Federnd aufspringender Schutzdeckel; Krone in der Regel bei der 3, Sekunde bei der 6 oder 9 [5].
- Fracktaschenuhr: Sehr flache Bauart für die gehobene Abendgarderobe, um Ausbeulungen der Bekleidung zu vermeiden [3].
- Eisenbahner-Taschenuhren (Railroad Watches): Besonders robuste, offene Modelle mit maximaler Zifferblatt-Ablesbarkeit und streng regulierten Werken.
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Wie entwickelte sich die Technik vom Federantrieb bis zur Präzisionsuhr?
Die Entstehung der tragbaren Uhr geht auf die Einführung des mechanischen Federantriebs im frühen 15. Jahrhundert zurück, der Gewichtsantriebe ablöste [3]. Als ältestes erhaltenes Zeugnis mit Federantrieb und Schnecke zur Kraftregulierung gilt die sogenannte Uhr Philipps des Guten von Burgund aus der Zeit um 1430 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg [3]. Der Nürnberger Schlossermeister Peter Henlein verband um 1511 diesen Federantrieb mit einem Hemmmechanismus zu tragbaren Dosenuhren, wodurch tragbare Kleinuhren erstmals praxistauglich wurden [3].
In den folgenden Jahrhunderten erlebte das Taschenuhrwerk signifikante Verfeinerungen. Der Schlüsselaufzug, bei dem Aufzug und Zeigerstellung über separate Vierkantschlüssel durch Gehäuseöffnungen auf der Rückseite erfolgten, dominierte bis ins spätere 19. Jahrhundert. Er wurde schrittweise durch den Kronenaufzug (Remontoir) abgelöst, welcher das komfortable Aufziehen ohne Zusatzwerkzeug über die Krone erlaubte (see: 14k Yellow Gold Illinois Hand Engraved Pocket Watch with White Dial - 1900).
Mit dem Aufkommen anspruchsvoller Komplikationen erreichten die Manufakturen im späten 19. Jahrhundert einen Höhepunkt der Uhrmacherkunst [4]. Dazu zählten Chronographenwerke zur Zeitmessung (see: 14K Gold American Watch Co. Waltham, Chronograph Repeater - 1895), Repetitionsmechanismen zur akustischen Zeitanzeige auf Tonfedern (see: 14K Gold American Watch Co. Waltham, Chronograph Repeater - 1895) sowie unabhängige Sekunden (Seconde Morte bzw. Independent Seconds), die es ermöglichten, die Sekunde unabhängig vom Gehwerk springen zu lassen oder anzuhalten (see: 18CT Gold Independent Second Pocket Watch - 1884).
| Epoche / Zeitraum | Technische Neuerung | Bedeutung für die Herrentaschenuhr |
|---|---|---|
| ca. 1430 | Federantrieb mit Schnecke | Ablösung schwerer Gewichtsantriebe; Grundlage miniaturisierter Uhren [3]. |
| um 1511 | Tragbare Dosenuhr (Peter Henlein) | Erste dosenförmige Kleinuhren für den mobilen Gebrauch [3]. |
| 19. Jahrhundert | Kronenaufzug (Remontoir) | Aufziehen und Zeigerstellen über die Krone ersetzt lose Aufzugsschlüssel. |
| Spätes 19. Jh. | Komplikationen (Chronograph, Repetition) | Integration von Stoppfunktion und Klangschlägen in Herrenmodellen [R6, R9]. |
| ab ca. 1914–1930 | Verdrängung durch Armbanduhren | Bedarf an Feld- und Armbanduhren führt zum sukzessiven Niedergang der Taschenuhr [S3, S5]. |
Welche bekannten Hersteller und Herkunftsländer prägen den Markt?
Historische Herrentaschenuhren stammen vor allem aus drei großen Regionen: den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Deutschland. In den USA revolutionierte das sogenannte 'American System of Watchmaking' die Produktion durch standardisierte, austauschbare Maschinenteile [6]. Führende Unternehmen wie die American Waltham Watch Co. [R2, R5, R9] und die Elgin National Watch Company [R1, S6] produzierten Werke in enormer Präzision und Stückzahl.
Die 1864 in Chicago gegründete Elgin National Watch Company errichtete in Elgin, Illinois, einen riesigen Fertigungskomplex, der jahrzehntelang als weltgrößte Uhrenfabrik galt [6]. Ebenfalls in Illinois ansässig war die renommierte Illinois Watch Company, deren fein gravierte Taschenuhren um 1900 bis heute begehrt sind (see: 14k Yellow Gold Illinois Hand Engraved Pocket Watch with White Dial - 1900). Waltham wiederum zeichnete sich durch außergewöhnliche technische Vielseitigkeit aus, die von diamantbesetzten Luxusuhren (see: 18ct Gold Enamel “Special” Diamond Grade Pocket Watch Waltham - 1898) bis hin zu komplexen Chronographen-Repetitionen reichte (see: 14K Gold American Watch Co. Waltham, Chronograph Repeater - 1895).
In Europa stand die Schweiz für handwerkliche Raffinesse und eine unvergleichliche Dichte an Spezialmanufakturen, die sowohl feine Goldschmuck-Pendantuhren (see: 14k Gold Pendant Watch, Enamel Putti & Diamonds, Switzerland - 1870) als auch solide Taschenuhren unter Marken wie Vogt (see: 14K Yellow Gold Vogt Pocket Watch - early 20th Century) hervorbrachten. In Deutschland bildeten Zentren wie Glashütte oder traditionsreiche Werkstätten (beispielsweise Ehrhardt) Schwerpunkte hochpräziser Werksbauten mit spezifischen Konstruktionsmerkmalen wie der unabhängigen Sekunde (see: 18CT Gold Independent Second Pocket Watch - 1884).
| Hersteller / Marke | Herkunft | Beispielhafte Merkmale / Kaliber | Referenz |
|---|---|---|---|
| Elgin Watch Company | USA (Elgin, Illinois) | Serienfertigung, breites Größenspektrum, Lord- und Lady-Modelle | [R1, S6] |
| American Waltham Watch Co. | USA (Waltham, Mass.) | Feinste Veredelungen, Diamantbesatz, Chronographen-Repetitionen | [R2, R5, R9] |
| Illinois Watch Company | USA (Springfield, Illinois) | Handgravierte Goldgehäuse, Handaufzug, Emaillezifferblätter | (see: 14k Yellow Gold Illinois Hand Engraved Pocket Watch with White Dial - 1900) |
| Ehrhardt | Deutschland | Präzisionsuhrwerke mit 18k Goldgehäusen und unabhängiger Sekunde | (see: 18CT Gold Independent Second Pocket Watch - 1884) |
| Vogt | Schweiz | Solide Schweizer Werkskonstruktion in 14k Gelbgold | (see: 14K Yellow Gold Vogt Pocket Watch - early 20th Century) |
US-Systematik beachten
Bei amerikanischen Herstellern (Waltham, Elgin) wurden Gehäuse und Werke oft getrennt verkauft und vom Juwelier vor Ort zusammengefügt. Daher stimmen Signaturen auf Gehäuse und Werk nicht zwangsläufig überein; die Werksnummer ist für die Datierung ausschlaggebend.
How well documented the linked entries are.
Wie bestimmt man Alter, Hersteller und Werkdetails bei einer alten Taschenuhr?
Die systematische Identifizierung einer alten Herrentaschenuhr erfordert den vorsichtigen Blick unter den Gehäusedeckel. Während einfache Aufschriften auf dem Emaillezifferblatt oft verblichen sind oder lediglich den Namen des vertreibenden Juweliers nennen, liefert das Uhrwerk selbst die authentischsten Informationen. Auf der Werksplatine oder den Brücken sind bei Qualitätsuhren zumeist Seriennummern, Steinanzahlen (Jewels) sowie Firmenlogos eingraviert [R3, R9].
Edelmetallgehäuse tragen zudem offizielle Feingehaltsstempel (Punzen). Für Goldgehäuse finden sich Bezeichnungen wie 14K (585) oder 18K (750) [R1, R4, R6], oft begleitet von nationalen Prüfstempeln (beispielsweise Reichskrone und Halbmond für Deutschland nach 1888 oder der Helvetia-Kopf für die Schweiz). Fehlen solche Stempel und finden sich Bezeichnungen wie 'Guaranteed' mit einer Jahresangabe, handelt es sich zumeist um ein vergoldetes Walzgoldgehäuse (Gold Filled), das zwar robust ist, aber keinen massiven Goldwert besitzt.
Zur genauen Altersbestimmung amerikanischer Uhren (Elgin, Waltham, Illinois) zieht die Uhrenforschung öffentlich zugängliche Produktionsdatenbanken heran, in denen Seriennummern exakten Baujahren zugeordnet sind [6]. Bei Schweizer oder deutschen Uhren ohne eindeutige Werkssignatur sind Werktyp, Hemmungsart und Gehäusemarken im Fachabgleich zu analysieren; verbleibende Lücken verlangen eine Kennzeichnung als 'research required' [R7, R8].
- Zifferblattprüfung: Untersuchung von Ziffern, Signatur, Hilfszifferblättern und Beschädigungen (Haarrisse im Emaille).
- Gehäusedeckel öffnen: Inspektion der Punzierungen im Staubdeckel (Cuvette) und Innendeckel bezüglich Feingehalt [R1, R6].
- Werksanalyse: Notieren von Seriennummer, Kalibernummer, Justierungsangaben ('Adjusted') und Hemmungstyp.
- Fachliteratur und Datenbanken: Abgleich der Werksnummer mit Werksverzeichnissen renommierter Manufakturen [6].
Welches Zubehör gehört zur klassischen Herrentaschenuhr?
Eine Herrentaschenuhr wurde in ihrer Blütezeit nie isoliert getragen, sondern war stets Teil eines funktionalen und modischen Ensembles [S3, S5]. Um das Herabfallen der wertvollen Uhr zu verhindern, wurde eine Uhrenkette (Kette oder Chatelaine) am Gehäusebügel (Pendant) befestigt und am Knopfloch der Weste, am Revers oder an der Gürtelschlaufen befestigt [5].
Typische Kettenformen für Herren sind die 'Albert Chain' (mit Querriegel für das Westentaschen-Knopfloch) und die 'Double Albert', welche von einer Westentasche zur Knopfleiste und weiter in die gegenüberliegende Tasche reicht. Am freien Ende oder an zusätzlichen Zierkettchen trugen Herren nützliche Accessoires oder Schmuckanhänger, die man als Fob bezeichnet [5].
Zu diesen praktischen Anhängseln zählten traditionell Aufzugsschlüssel für Schlüsseluhren, Zigarrenabschneider, Petschaften (Siegelsiegel) oder kleine Streichholzbehälter (Vesta Cases) [5]. Auch Wappen, Clubabzeichen oder Emaillemedaillons dienten als dekorative Fobs [5] und zeugen vom gesellschaftlichen Status des Uhrenträgers.
Wie werden historische Taschenuhren sachgerecht aufbewahrt und gepflegt?
Alte mechanische Uhren sind empfindliche feinmechanische Präzisionsinstrumente [4]. Staub, übermäßige Luftfeuchtigkeit und chemische Dämpfe stellen ernste Risiken für Werkteile und Zifferblätter dar. Für die sachgerechte Aufbewahrung eignen sich schadstofffreie Holzkassetten, säurefreie Auskleidungen oder spezielle Sammleretuis. Auf keinen Fall sollten Uhren in Weichplastikhüllen gelagert werden, da austretende Weichmacher das Metall angreifen können.
Beim manuellen Aufziehen der Uhr sollte behutsam vorgegangen werden. Bei Uhren mit Handaufzug (see: 14k Yellow Gold Illinois Hand Engraved Pocket Watch with White Dial - 1900) spürt man gegen Ende der Federspannung einen spürbaren Widerstand; ein Forcieren über diesen Punkt hinaus kann die Zugfeder abreißen lassen. Läuft eine historische Uhr trocken, führen die alten, verharzten Schmieröle zu erhöhtem Verschleiß an den Lagerzapfen und Steinen. Eine regelmäßige Reinigung und Neuschmierung durch einen auf historische Groß- und Kleinuhren spezialisierten Uhrmacher [4] ist für den Werterhalt unerlässlich.
Auch das Öffnen von Sprungdeckeln und Gehäuseböden verlangt Vorsicht. Der Deckel einer Savonnette sollte beim Schließen nicht mit Wucht zugedrückt werden; vielmehr betätigt man den Drücker, führt den Deckel sanft an das Gehäuse und lässt den Riegel einrasten, um die Haltenase vor Abnutzung zu schonen.
Vermeidung von Stoß- und Feuchtigkeitsschäden
Historische Taschenuhren verfügen fast nie über moderne Stoßsicherungen (wie Incabloc) und sind keinesfalls wasserdicht [4]. Ein Fall auf harte Böden führt in der Regel zum Bruch der Unruhzapfen, was aufwendige Reparaturen erfordert.
Wie ermittelt man den Sammlerwert historischer Herrentaschenuhren seriös?
Die Beurteilung historischer Taschenuhren beruht in der professionellen Uhrenhistorie und Sammlergemeinschaft auf klaren objektiven Kriterien statt auf willkürlichen Preisangaben. Ein ausschlaggebender Faktor ist die Vollständigkeit und Originalität des Ensembles. Zusammenpassende Werks- und Gehäusenummern, unbeschädigte Emaillezifferblätter ohne Haarrisse sowie originale Zeigergarnituren stehen im Vordergrund [R2, R3].
Einen wesentlichen Beitrag leisten uhrentechnische Komplikationen: Eine Standard-Dreizeigeruhr mit einfacher Ankerhemmung wird sammlerisch grundlegend anders bewertet als seltene Werke mit Chronographen-Funktion, Minutenrepetition oder unabhängiger Sekunde [R6, R9]. Ebenso entscheidet der Erhaltungszustand (Documented Condition: Fair, Good, Excellent) über die Relevanz für Archive und Sammlungen [R1, R6, R9].
Wer den Marktwert einer alten Herrentaschenuhr ermitteln möchte, sollte Transaktionsdaten renommierter Uhrenauktionshäuser studieren und Katalogeinträge von Fachinstitutionen heranziehen [1]. Schätzungen auf Basis von reinem Materialwert (Gold- oder Silbergewicht) greifen oft zu kurz, da sie die historische Bedeutung der Manufaktur und die Uhrmacherkunst außer Acht lassen [R4, R6].
- Recherche verifizierter Auktionsergebnisse: Prüfung realisierter Zuschläge vergleichbarer Referenzen und Kaliber.
- Prüfung der Manufakturherkunft: Historische Bedeutung des Herstellers (z. B. Waltham, Elgin, deutsche Manufakturen) [R2, R6, S6].
- Zustandsanalyse: Grad des Abriebs, Zustand der Punzen, Funktionsfähigkeit des Schlagwerks oder der Stoppvorrichtung (see: 14K Gold American Watch Co. Waltham, Chronograph Repeater - 1895).
- Dokumentation und Provenienz: Vorhandensein von Archivauszügen, Originalboxen oder dokumentierten Vorbesitzern.
Erwähnte Katalogeinträge

14K Gold Edwardian Elgin Ladies Pocket Watch - 1904
1904
Photo: WatchMuseum.org

14k yellow gold American Waltham hand engraved pocket watch with white dial - 1900
1900
Photo: WatchMuseum.org

14k Yellow Gold Illinois Hand Engraved Pocket Watch with White Dial - 1900
1900
Photo: WatchMuseum.org

14K Yellow Gold Vogt Pocket Watch - early 20th Century
Photo: WatchMuseum.org

18ct Gold Enamel “Special” Diamond Grade Pocket Watch Waltham - 1898
1898
Photo: WatchMuseum.org

18CT Gold Independent Second Pocket Watch - 1884
1884
Photo: WatchMuseum.org

Pocket watch
Photo: Billjones94

Pocket watch
Photo: photo-nic.co.uk nic chiro

14K Gold American Watch Co. Waltham, Chronograph Repeater - 1895
1895
Photo: WatchMuseum.org

14k Gold Pendant Watch, Enamel Putti & Diamonds, Switzerland - 1870
1870
Photo: WatchMuseum.org
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Quellenverzeichnis
- [1] WatchMuseum.org object collection — WatchMuseum.org · Tier 1
- [2] Wikimedia Commons media repository — Wikimedia Foundation · Tier 3
- [3] Taschenuhr (Wikipedia) — Wikipedia
- [4] Uhr (Wikipedia) — Wikipedia
- [5] Pocket watch (Wikipedia) — Wikipedia
- [6] Elgin National Watch Company (Wikipedia) — Wikipedia
Siehe auch: identification guides · how we rank sources · methodology